Weiberdonnerstag

Der Weiberdonnerstag – auch Weiberfastnacht oder Fetter Donnerstag genannt – markiert den Übergang vom Sitzungs- zum Straßenkarneval am Donnerstag vor Aschermittwoch. Er wird auch als Altweiberfastnacht bezeichnet. Der frühestmögliche Termin ist der 29. Januar, der spätest mögliche ist der 4. März.

Die Möhnen treffen sich vorab in einem der Kyllburger Gasthäuser, meistens jedoch in der Pizzeria. Zu ihnen gesellt sich das Möhnenorchester, das aus 4 bis 6 Musikern des Musikvereins besteht. Begleitet mit den üblichen Kyllburger Liedern, ziehen die Möhnen dann Richtung Hochstraße. An der Gummiecke treffen sie sich mit den Malberger Möhnen und gemeinsam geht’s zum Rathaus auf dem Marktplatz. Eine Vorhut betritt das Rathaus und nimmt, durch fesseln der Hände, den oder die anwesenden Bürgermeister, bzw., bei Verhinderung der selbigen, deren Stellvertreter. Die Möhnen erhalten dabei den Schlüssel der Stadt. Gemeinsam verlässt man das Rathaus. Auf dem Vorplatz haben sich die restlichen Möhnen derweil im Kreis aufgestellt. Die Obermöhn reckt den Schlüssel in die Luft und ruft: „Mier hann en!“ (Wir haben ihn!). Sogleich verliest die Obermöhn ihre Regierungserklärung. Anschließend kommen die gefangenen Bürgermeister zu Wort. Zur Tradition ist es geworden, dass die kleinsten Funkengarden zu Ehren der Möhnen noch einen Tanz aufführen. Danach ist der offizielle Teil der Veranstaltung beendet und es kann zum gemütlichen Teil übergegangen werden.

Im gemütlichen Abschnitt des Tages, der selbstverständlich den größten Teil einnimmt, gehen die Möhnen durch den Ort und kehren hier und da ein. Den Anfang macht traditionell die Verbandsgemeindeverwaltung. Danach zieht man erst durch den Ort. Bis vor wenigen Jahren, waren die Einkehrstationen recht zahlreich; Café Zimmer, Schlecker, Volksbank, Brille Dömer und diverse Kneipen. Da die Zahl der offenen Häuser jedoch stark rückläufig ist, kehrt man derzeit (2020) nur noch in die Kreissparkasse, Pizzeria, Hotel zur Post und die Kylltal-WG ein.